Zuse Hüller Hille vor dem Aus?

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04.04.2019 Zuse Hüller Hille steht erneut vor dem Aus. Nachdem das Unternehmen 2017 von einem chinesischen Investor gekauft wurde, werden die Gehälter nicht mehr bezahlt. Das Unternehmen steht vor der Insolvenz.

Als 2017 klar war, dass der Mosbacher Maschinenbauer Hüller Hille einen Käufer gefunden hat, war die Freude unter den rund 220 Beschäftigten groß. Die Zeichen standen auf Aufbruch, der chinesische Investor setzte einen neuen Geschäftsführer ein, der versprach Aufträge von namhaften Firmen an Land zu ziehen, die Belegschaft richtete den Blick nach vorne.

Heute blicken IG Metall und Belegschaft mit Entsetzen auf ein fast ein Jahr dauerndes Tauziehen um die Zukunft des Unternehmens mit bisher noch unbestimmtem Ausgang.

Denn schon bald nach der Übernahme zeichnete sich ab: Für Vorfinanzierung der neuen Aufträge stellte der neue Eigentümer, die Zuse Holding, kein Geld zur Verfügung. Lieferanten wurden nur schleppend bezahlt und der neue Geschäftsführer ist schon wieder entlassen.

Dann wurde bekannt, dass die Zuse Gruppe in Taiwan Insolvenz beantragt hat.

Seit Anfang dieses Jahres werden keine Aufträge mehr bearbeitet. Die Produktion steht still. Im Februar trat dann ein, was viele befürchteten: Am Ende des Monats erhielten viele der Beschäftigten kein Entgelt. Dies setzte sich im März fort. Hinzukamen dann noch Mitteilungen an die Beschäftigten, dass die Beiträge zur Krankenversicherung nicht mehr bezahlt wurden.

Die Beschäftigten kommen nun an den Rand ihrer Existenz.
Viele fühlen sich vom chinesischen Inhaber betrogen. Es steht die Vermutung im Raum, dass es bei der Übernahme nie darum ging, das Unternehmen für die Zukunft in Mosbach aufzustellen, sondern um den Abzug von Know-How.
Verantwortliche Führungskräfte finden sich am Standort nicht mehr.

Die Belegschaft erschien aber auch heute pünktlich zur Arbeit.

Die IG Metall Heidelberg hat eine klare Erwartung: Die Arbeitsplätze müssen gerettet werden. Dafür muss Zuse endlich Verantwortung übernehmen. Wenn das Unternehmen seine Ausstände nicht mehr bedienen kann, muss Insolvenz beantragt werden.

Denn nur dies bietet die Chance einen geregelten Arbeitsablauf herzustellen und dann die Firma zu retten.

Letzte Änderung: 04.04.2019